Gussteile

Beim Gießen werden Werkstücke aus flüssigem Metall hergestellt. Es stehen eine große Anzahl an Gießprozessen zur Verfügung, die sich unter anderem im Preisniveau, in der Qualität und der Reproduzierbarkeit unterscheiden.

Welche Kategorien gibt es?

Gießverfahren lassen sich in mehrere Kategorien einteilen:

– Gießen in Formen (Formguss, Strangguss, Blockguss)
– Art der Formfüllung (Schwerkraftgießen, Druckgießen, Schleudergießen)
– Art der Modelle (verlorene Modelle oder Dauermodelle)

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Gussteile

Details Gießverfahren

– GIEßEN IN FORMEN

Das Metall wird in Formen gegossen oder durch Formen gepresst. Formguss, zum Beispiel Sand- oder Kokillenguss, wird am häufigsten eingesetzt. Daneben gibt es noch das Gießen von kontinuierlichen Strängen (Strangguss) und das Vergießen zu Barren oder Brammen (Blockguss)

– ART DER FORMFÜLLUNG

Beim Schwerkraftgießen wird die Form mit Hilfe der Schwerkraft gefüllt.
Unter hohem Druck und sehr schneller Formfüllung wird beim Druckguss gearbeitet.
Rotationssymmetrische Bauteile können im Schleuderguss hergestellt werden.

– ART DER MODELLE

Verlorene Modelle werden nur einmalig genutzt. Unter diese Art fallen unter anderem der Sandguss und der Feinguss.
Dauerformen können mehrfach genutzt werden. Die Anzahl der Abgüsse ist abhängig vom Werkstoff und der Komplexität des Bauteils. Verfahren mit Dauerformen sind zum Beispiel Kokillenguss, Druckguss und Schleuderguss.

IM NACHFOLGENDEN FINDEN SIE NÄHERE INFORMATIONEN ZU DEN GELÄUFIGSTEN GUSSVERFAHREN

Feinguss

Beim Feinguss-Verfahren werden die Modelle meist aus Wachs hergestellt. Diese Wachsmodelle werden mehrfach mit Formstoff ummantelt und nach Verfestigung des Formstoffs das Modell wieder ausgeschmolzen. In den daraus entstandenen Hohlraum wird der zu verarbeitende Werkstoff gegossen.

Feingussteile lassen sich aus sehr vielen Werkstoffen und für vielfältige Einsatzzwecke aus Leichtmetallen, Eisen, Stahl und Superlegierungen herstellen.

Dabei besteht neben der großen Auswahl an Werkstoffen auch ein großer Gestaltungsspielraum. Einsetzbar ist das Verfahren bei kleinen und auch bei großen Stückzahlen. Es lassen sich sehr enge Toleranzen erzielen, die fast an Bearbeitungstoleranzen heranreichen.

Druckguss

Bei diesem Verfahren lassen sich komplexe und filigrane Teile in hoher Stückzahl besonders wirtschaftlich fertigen. Der Gusszyklus ist bei diesem Verfahren extrem kurz, verbunden mit einer sehr hohen Genauigkeit.

Beim Druckguss wird das flüssige Rohmaterial unter Hochdruck in eine Stahlform gegossen. Am häufigsten werden Stahl-, Aluminium-, Zink- und Magnesiumlegierungen verwendet.

Aber auch Kupfer, Zinn und Blei können auf diese Weise verarbeitet werden.

Sandguss

Beim Sandguss werden Formen aus Sand hergestellt. Diese Formen können per Hand (eher bei kleineren Serien der Fall) oder per Maschine hergestellt werden (bei größeren Serien).

Ein Modell des Gussteils wird in einen Formkasten gelegt.

Dann wird der Formkasten mit Sand aufgefüllt und verdichtet. Der Formkasten wird gedreht, so dass das Modell wieder entfernt werden kann. Nun kann der flüssige Werkstoff in den entstandenen Hohlraum eingegossen werden. Kerne erzeugen Hohlräume und sparen Rohmaterial sowie anschließenden Bearbeitungsaufwand.

Vornehmlich werden Grauguss, Sphäroguss, Stahlguss und Aluminium verarbeitet. Temperguss ist rückläufig.
Im Anschluss an den Gussprozess ist es erforderlich, das Gussteil zu putzen. Das bedeutet, dass Sandreste, Speiser und Angüsse entfernt werden.

Gussteile

Kokillenguss

Beim Kokillenguss werden Dauerformen, meist aus Metall, hergestellt. Die Hohlform füllt sich mit Hilfe von Schwerkraft. Der Kokillenguss ist ideal bei mittleren Stückzahlen und kommt meist mit Aluminiumlegierungen zum Einsatz.

Kerne können in die Hohlräume eingelegt werden. Damit reduzieren sich der Bearbeitungsaufwand und Kosten.

Es lassen sich besonders komplexe Innengeometrien, eine hohe Gießleistung und glatte Oberflächen erzielen.

Weitere Behandlungsmöglichkeiten

Selbstverständlich stehen Ihnen bei Gussteilen eine Reihe weiterer Bearbeitungsmöglichkeiten oder Wärmebehandlungen zur Verfügung.

In Kombination mit dem richtigen Werkstoff können viele Anforderungen erfüllt werden.

Eine zusätzliche Beschichtung sorgt für eine widerstandsfähige Oberfläche.

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